Acetyl-L-Carnitin

Acetyl-L-Carnitin

Depression und Acetyl-L-Carnitin

Bei Patienten mit Major Depression wurde eine Veränderung der zirkadianen Rhythmik der Kortisolsekretion in Verbindung mit einem Anstieg der Gesamtkortisolsekretion nachgewiesen.

Die Ursache hierfür dürfte in einer verstärkten Aktivierung des Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Systems (HPA-System) liegen.

Tierexperimentellen Untersuchungen zufolge kann die Gabe von ALC die HPA-Aktivität hemmen, den Kortisolspiegel entsprechend senken und auf diese Weise eine Besserung der depressiven Symptomatik bewirken.

Zu der Frage, ob ALC auch beim Menschen eine Modulation der HPA-Aktivität bewirken kann, liegen bislang keine Daten vor.

In einer zweimonatigen Studie an 24 älteren depressiven Patienten erwies sich die ALC-Behandlung als hochwirksam, und zwar insbesondere in der Patientengruppe mit besonders schweren Depressionssymptomen.

In einer weiteren Studie an 28 älteren Patienten wiesen Garzya et al. nach, dass eine Supplementierung mit dreimal täglich 500 mg ALC eine wirksame Behandlung von Depressionssymptomen ermöglicht. Die Teilnehmer beider Studien wurden mit Hilfe der Hamilton Rating Scale for Depression evaluiert, wobei sich an der Abnahme der Scores eine klare Besserung der depressiven Symptomatik ablesen ließ.

Acetyl-L-Carnitin bei Fatigue nach Strahlentherapie oder Multiple Sklerose

Fatigue ist nicht nur eines der häufigsten, sondern zugleich auch eines der am stärksten belastenden Begleitsymptome bei der Therapie von Tumorerkrankungen oder Multiple Sklerose (MS). Mehr noch als unter Schmerzen leiden die Patienten unter der lähmenden Erschöpfung. Dennoch bleibt Fatigue häufig unerkannt bzw. wird nicht als solches erkannt und bleibt dadurch unbehandelt. Fatigue ist gekennzeichnet durch anhaltende körperliche und geistige Erschöpfungszustände, welche sich auch durch ausreichend Ruhe und Schlaf nicht verbessern lassen. Für gesunde Menschen ist dieser extreme Erschöpfungszustand kaum nachvollziehbar, was häufig zu zwischenmenschlichen Konflikten führt. Auch von Ärzten wird Fatigue häufig noch unterschätzt.

Code: G93.3

Ursachen

Tumorbedingte Fatigue lässt sich nicht auf eine Ursache reduzieren, man spricht von einem multikausalen Geschehen.

Mögliche Ursachen von Fatigue sind:

  • Tumorerkrankung
  • Multiple Sklerose (MS)
  • Folgen der Therapie der Tumorerkrankung (OP, Strahlentherapie,Chemotherapie, Zytokine)
  • Hormonmangelerscheinungen (Schilddrüse, Nebenniere, Geschlechtshormone)
  • Begleiterkrankungen und Organschäden
  • Psychologische Auswirkungen (Angst, Depression, Stress)
  • Schlafstörungen
  • Mangelernährung
  • Chronische Infekte
  • Mangel an körperlichem Training (Muskelabbau)

Fatigue ist aber mehr als die Summe der genannten Ursachen. Sie ist ein vielschichtiges Leiden, das den Patienten während der Erkrankung und der Therapie stark einschränken und daran hindern kann, ein normales Leben zu führen.

Symptomatik

Leitsymptome des Fatigue-Syndroms sind Müdigkeit und Erschöpfung. Auch Leistungsschwäche und Depression sind typisch für das Beschwerdebild. Durch die physische Erschöpfung sind die Betroffenen unfähig, ihren gewohnten täglichen Aktivitäten nachzugehen. Durch die mentale Erschöpfung ist es ihnen kaum noch möglich, sich zu konzentrieren und klar zu denken. Emotional fehlen Antrieb und Kreativität. Als weitere Symptome können Kopfschmerzen und Benommenheit auftreten.

Im Gegensatz zur Erschöpfung nach einer körperlichen, geistigen oder seelischen Anstrengung bei Gesunden kann selbst eine Erholungsphase oder ausreichender Schlaf die Symptome nicht bessern. Schon bei geringen und sonst leicht zu bewältigenden Aufgaben fühlen sich die Patienten überfordert und schränken daher ihre Aktivitäten in Beruf und Privatleben immer stärker ein. Dadurch hat das Fatigue-Syndrom nicht nur einen großen Einfluss auf die Lebensqualität der Betroffenen, sondern auch eine deutliche soziale und wirtschaftliche Komponente.

Häufigkeit

Fatigue ist eine der häufigsten Begleiterscheinungen einer MS oder Tumorerkrankung. Während der Therapie leiden nahezu alle Krebspatienten zumindest zeitweise unter dem Erschöpfungssyndrom, das über Wochen und Monate anhalten kann. Für etwa ein Viertel der Patienten ist die tumorbedingte Fatigue sogar ein Langzeitproblem, das auch nach Abschluss der Therapie weiter anhält.

Tipps zur Prävention und Linderung bei Fatigue

Das Fatigue-Syndrom erfordert aufgrund seiner vielfältigen Ursachen einen multidisziplinären Linderungsansatz. Folgende potentielle Verbesserungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung:

  • Behandlung der Blutarmut (Transfusion oder Gabe von Erythropoetin zur Anregung der Produktion roter Blutkörperchen)
  • Behandlung von Hormonstörungen z.B. der Schilddrüse, der Nebennieren oder einer Zuckerkrankheit in Folge einer Kortisonbehandlung
  • Gezielte Ernährungstherapie bei Mangelernährung
  • Überprüfung von unerwünschten Wirkungen von Medikamenten (z.B. Müdigkeit durch Schmerzmittel)
  • Körperliches Training unter medizinischer Kontrolle – am besten schon mit Beginn der Krebsbehandlung –, das die Leistungsfähigkeit, das Gesamtbefinden und die Lebensqualität verbessert
  • Psychotherapeutische Hilfe
  • Ergänzung von Mikronährstoffen bei Mangelzuständen (z.B. A- L-Carnitin)

Fazit

Für viele Krebspatienten ist Fatigue das schwerwiegendste Problem der Krebsbehandlung und -therapie. Mehr als unter allen anderen Begleiterscheinungen leiden sie unter der chronischen Erschöpfung, die mit einer körperlichen Leistungsschwäche, Lust- und Antriebslosigkeit einhergeht.

Acetyl-L-Carnitin (ALC) bei Alzheimer und Demenz

In mehreren Studien konnte nachgewiesen werden, dass ALC bei Patienten mit Alzheimer-Demenz die kognitiven Leistungen positiv beeinflusst.

Die Studiendauer betrug in der Regel 3 bis 6 Monate. Die Prüfmedikation bestand in oralen Dosen von 1-3 g ALC pro Tag. Obgleich die Ergebnisse uneinheitlich waren, ließ sich bei den Aufgaben zur Bewertung von visuellräumlichen Fähigkeiten, kognitivem Leistungstempo, Konzentrationsfähigkeit und Unterscheidungsfähigkeit sowie bei den Tests zur Beurteilung des visuellen Gedächtnisses (Wiedererkennen von Personen) insgesamt eine deutliche Verbesserung beobachten.

In einer weiteren Studie wurde nachgewiesen, dass bei einer Dosierung von 2 g/die ALC die Verschlechterung der Reaktionszeit abnimmt und eine Leistungssteigerung in Bezug auf das Kurzzeitgedächtnis erzielt werden kann.

Zur Langzeitwirkung von ALC liegen nur wenige Untersuchungen vor, doch konnten Spagnoli et al. nachweisen, dass die einjährige Behandlung mit 1-2 g/die ALC zu einer Besserung der Verhaltensstörungen und zu einer Steigerung der Langzeitgedächtnisleistung führte.

Ausdauer verbessern mit Acetyl-L-Carnitin

Unter Sportmedizinern ist schon lange bekannt, dass L-Carnitin nicht nur die Fettverbrennung unterstützt, sondern auch die Ausdauer und das Leistungspotential fördert. Die Muskeln werden gestärkt und die notwendige Erholungszeit nach extremer Anstrengung verkürzt sich durch eine gezielte Einnahme immer mehr.

Normalerweise sind langkettige Fettsäuren sehr reaktionsträge und gelangen deshalb nur schwer in Muskelzellen, um dort energiereich verbrannt zu werden, jedoch erleichtert L-Carnitin ihren Transport in die Mitochondrien und führt so zu einer schnelleren Energiebereitstellung bei Anstrengung. Gleichzeitig hilft es Ermüdungserscheinungen vorzubeugen und unterstützt das Immunsystem.

Insgesamt zeigte sich, dass L-Carnitin zu einer Zunahme der Muskelmasse und einer signifikanten Verringerung des Fettanteils des Körpers führt. Auch Sportler nutzen daher die leistungssteigernden Wirkungen von L-Carnitin, welches die Erholungszeit nach Anstrengungen verkürzt und den Aufbau von Muskelgewebe unterstützt. Vor allem für Menschen, die bisher nur wenig sportlicher Betätigung nachgingen, kann L-Carnitin hilfreich sein, da es Muskelkater verhindern und Muskelverletzungen vorbeugen kann. Auch wird die Bildung von freien Radikalen unterdrückt, welche andernfalls Nervenzellgewebe schädigen oder sonstige Zerstörungen bewirken könnten.

Weiterhin wird L-Carnitin bei der Behandlung von stressausgelösten Erkrankungen wie Burnout eingesetzt, welche meist durch eine zu geringe Aufnahme der aminosäureähnlichen Substanz und eine fortwährende hohe geistige oder körperliche Beanspruchung ausgelöst werden. Betroffene überlasten sich und gönnen ihrem Körper/Geist zu wenige Erholungspausen, was sich letztlich in einer völligen Erschöpfung niederschlägt.

Auch Schwangere leiden teilweise unter erhöhter Müdigkeit und Schwäche, haben aber gleichzeitig einen gesteigerten Energiebedarf und sollten deshalb zusätzliches L-Carnitin aufnehmen.

Was ist eine Polyneuropathie (PNP)?

Neuropathische Beschwerden stellen eine besonders gefürchtete Nebenwirkung von Krebsbehandlungen oder Diabetes dar. Unter einer Polyneuropathie versteht man eine Nervenschädigung, bei der vor allem die peripheren Nerven betroffen sind, welche außerhalb des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark) liegen. Abhängig von der Art des Chemotherapeutikums treten bei den Patienten ein Taubheitsgefühl, unangenehmes Kribbeln oder Schmerzen in den Händen und Füßen auf.

Häufigkeit

Unter der Chemotherapie sind überwiegend die kleinsten Nerven in Händen und Füßen betroffen. Insbesondere Chemotherapien mit Platinverbindungen, Taxanen oder Vincaalkaloiden, aber auch moderne Krebsmedikamente wie Bortezomib oder Thalidomid können zu Neuropathien führen. Wie häufig eine Nervenschädigung auftritt, hängt von der Dosierung und dem Therapieschema ab. Experten schätzen, dass etwa ein Drittel der Krebspatienten im Rahmen ihrer Behandlung von einer Polyneuropathie betroffen sind. Obwohl sich die Nerven nach Beendigung der Chemotherapie eigentlich regenerieren können, bleiben die Beschwerden teilweise noch Jahre später bestehen oder werden sogar chronisch.

Acetyl-L-Carnitin bei Polyneuropathien

Zahlreichen Untersuchungen zufolge kann durch Acetyl-L-Carnitin sowohl einer Polyneuropathie vorgebeugt als auch bei bereits bestehenden Beschwerden eine Linderung erzielt werden. Die nahrungsergänzende Einnahme dieses Wirkstoffs hat sich in folgenden Aspekten bewährt:

  • Verbesserung der Symptome kann u.a. durch eine verbesserte Energiebilanz im Rahmen der Optimierung der zellulären Energiegewinnung erreicht werden (schleust langkettige Fettsäuren in die Zellen und diese werden dort für eine optimierte Fettverbrennung zugeführt)
  • Zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung der Integrität von Zellmembranen und der Lebensfähigkeit von Zellen
  • Mindert die Degeneration von Nervenfasern und fördert deren Regeneration
  • Nervenzellen und Nervenfasern erhaltende Wirkung vermutlich aufgrund eines verbesserten neuronalen Energiestoffwechsels
  • Nachweislich gute Wirksamkeit bei gleichzeitig guter Verträglichkeit

Diabetes und Acetyl-L-Carnitin

Eine Indikation für die Einnahme von L-Carnitin ist Diabetes mellitus. L-Carnitin hilft dem Körper, seine Kontrolle über den Blutzuckerspiegel zu verbessern und senkt zudem die meist erhöhten Blutfettwerte.

2008 wurde dazu eine Studie durchgeführt, welche zum Ergebnis kam, dass die gesonderte Zufuhr von L-Carnitin über Nahrungsergänzungsmittel die Bildung freier Radikale vermindert und außerdem auch den Cholesterinabbau antreibt.

Diabetiker leiden häufig unter sehr hohem oxidativen Stress, welcher ein Ansteigen des Blutzuckers und der Triglyceride begünstigt.

Nach 1-3 Monaten hatten sich in der mit L-Carnitin behandelten Kontrollgruppe die Laborwerte allerdings deutlich verbessert und somit eine Ausbreitung der Stoffwechselkrankheit verhindert.

Fazit

Im Endeffekt schützt L-Carnitin also auch vor den gefährlichen Folgeerkankungen eines Diabetes wie etwa Herzinfarkt, Neuropathie oder Erblindung.

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